Fuji X-E1 Test

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Mit unserem Fuji X-E1 Test geht eine ausgehnte Periode des Wartens zu Ende. Kaum eine Kamera hat wohl im Vorfeld ihres Erscheinens einen solch großen Wirbel erzeugt wie die Fuji X-E1. Gerüchteseiten berichteten täglich von der Photokina, auf der die Fuji X-E1 auch gleich den Preis “Photokina Star 2012” abgeräumt hat. Bis auf den Fujistand auf der Photokina waren Testmodelle rar gesät. Nur sehr wenige, vornehmlich im englischen Sprachraum angesiedelte Journalisten, hatten das Privileg die Fuji X-E1 für einen Tag ausprobieren zu dürfen. Was Sie zu berichten hatten, befriedigte das Informationsbedürfnis der Interessenten freilich nicht. So quollen die Foren bald über von Posts von glücklichen Hobbyfotografen, die eine Fuji X-E1 zum Asienstart ergattert hatten.

welcheKamera.de wurde eine silberne Fuji X-E1 aus der ersten Charge – angeblich nicht mehr als 30 Geräte – die Deutschland erreichte, von einem lokalen Händler zur Verfügung gestellt. Seit einigen Tagen ist die Fuji X-E1 nun bei uns in Verwendung und erfreut sich außerordentlicher Beliebtheit. Die Kamera hält durchaus, was der Hype um sie versprach. Perfekt ist Fujis neue X-Kamera dennoch nicht. Die in der Vergangenheit nachgereichten Firmware Updates machen aber Hoffnung, dass einige Bedienungspunkte ausgebessert werden.

 

Technischer Überblick

Die technischen Eckdaten der Fuji X-E1 dürften hinreichend bekannt sein. Der Vollständigkeit halber möchte ich dennoch einige Punkte aufführen. Technisch gesehen ist die Fuji X-E1 eine APS-C Kamera ohne Schwingspiegel. Sie gehört also der Klasse der spiegellosen Systemkameras an. Im Gegensatz zur Fuji X-Pro1 verfügt sie lediglich über einen elektronischen Sucher (EVF). Dieser besteht aus einer optischen Vorrichtung in Verbindung mit einem 2.1 Megapixel Display, welches das Sucherbild anzeigt. Auf der Rückseite befindet sich ein 460.000 Pixel Display, über welches die Kamera im LiveView Bilder aufnimmt oder entsprechende Einstellungen vorgenommen werden.

Im Inneren der Fuji X-E1 werkelt ein EXR CMOS Sensor, der eine Auflösung von 16 Megapixeln bietet und nativ ISO 200 bis ISO 6400 unterstützt. Erweiterbar ist die Fuji X-E1 sogar in der Lage mit ISO 25.600 Bilder aufzunehmen.  Appropos Bildaufnahme: Die Fuji X-E1 kann 3-6 Bilder pro Sekunde aufnehmen. Der Autofokus ist in dieser Zeit nicht aktiv.

 

Kompakte Abmessungen, gelungener Retro Style

Schon das Auspacken der Fuji X-E1 ist ein Erlebnis. Ähnlich den Apple Produktverpackungen, ist auch die Fuji X-E1 sehr durchdacht verpackt. Der schlichte schwarze Karton fördert eine überraschend kompakte Kamera zu Tage. Ebenfalls im Lieferumfang enthalten sind neben Akku und gedruckten Handbüchern in mehreren Sprachen eine Software CD und ein optisch auf die Fuji X-E1 abgestimmter Tragegurt. Schon beim ersten Anfassen wird klar: Diese Kamera ist mit keiner anderen Systemkamera am Markt zu vergleichen. Von der Größe durchaus mit der Fuji X100 zu vergleichen, liegt das Gerät außerordentlich gut in der Hand und ist dennoch kompakt genug um noch als Immerdabei-Systemkamera durchzugehen. Die Fuji X-Pro1 wirkt dagegen deutlich klobiger.

Die optische Ähnlichkeit zu den Spiegelreflexkameras der 60er Jahren ist deutlich erkennbar. Generell macht die Kamera einen sehr hochwertigen Eindruck. Wer schon immer von einer Leica Kamera geträumt hat, aber nicht den notwendigen finanziellen Spielraum hat, wird hier definitiv fündig. Alle Details passen sich zu einem schlüssigen Konzept zusammen, das auch Auswirkungen auf Bedienung und Funktionen hat. Diebisher erhältlichen Objektive tragen ihren Teil dazu bei: Mit einer etwas gewöhnungsbedürftigen “Bierdosen” Sonnenblende ausgestattet, schlagen auch sie die Richtung “Messsucherkamera” ein. Die Objektive sind wie die Kamera, sehr hochwertig verarbeitet und bieten neben einem manuellen Zoomring auch einen praktischen, manuellen Blendenring, über den die Blende bequem eingestellt werden kann.

 

Altertümliches Bedienkonzept kombiniert mit moderner Benutzerfreundlichkeit

Wie bereits auf den ersten Blick erkennbar ist, verändert die Fuji X-E1 die Art wie wir Kameras heute bedienen. Zum einen nimmt das Gerät mit seiner Vielzahl an manuellen Einstellmöglichkeiten deutliche Anleihen bei alten Sucherkameras, kombiniert dies aber mit einem modernen Benutzermenü, über welches die Kamera vollständig den eigenen Wünschen angepasst werden kann. Welche Kamera bietet schon die Möglichkeit die Belichtungszeit per Drehrad einzustellen und die entsprechende Blende über das Objektiv einzustellen? Alternativ lässt sich jedes Bedienelement auf Automatik stellen.Der Wechsel zwischen Zeit- und Blendenautomatik geht rasend schnell und intuitiv von der Hand. Auch an das zweite Drehrad, über das man die Belichtungskorrektur einstellt, gewöhnt man sich in Windeseile. Der Umschalter zwischen manuell und Autofokus ist wie bei DSLRs neben dem Objektiv angeordnet. Auf der Rückseite befinden sich die Knöpfe für die Menüführung und für diverse Einstellmöglichkeiten. Die Kamera wirkt dabei nicht überladen und die Positionierung der einzelnen Knöpfe scheint sehr durchdacht zu sein.

 

 

 

Erstaunliche Bildqualität

Wer jemals JPEGs aus der X-Pro1 gesehen hat, der weiß um die hervorragende Bildqualität X-Serie. Fuji hat der Fuji X-E1 den gleichen Bildsensor spendiert, der auch schon in der Fuji X-Pro1 werkelt. Die Farben sind gewohnt exuisit. Gerade Hauttöne stellt die Fuji X-E1 wie keine andere Kamera da. Selbst mit hohen ISO Werten bleiben die Bilder angenehm rauschfrei. Dies führt dazu, dass man den vollen ISO Bereich der Fuji X-E1 ohne große Qualitätseinbußen nutzen kann. Selbst die nur in JPEG zur Verfügung stehenden ISO Erweiterungen 12.800 und 25.600 sind noch brauchbar, allerdings von Bildrauschen gezeichnet.

Tatsächlich kann die Fuji X-E1 durchaus mit Vollformat DSLRs in punkto Bildqualität mithalten. Das neue Sensorlayout sorgt für eine atemberaubende Schärfe, wie man es sonst nur von großen, schweren Vollformatsbodies kennt. Sowieso sind die Bilder aus der Fuji X-E1 so ziemlich das Beste, was man bisher von handlichen Systemkameras gesehen hat. Im Preisbereich unter 1000 Euro dürfte die Fuji X-E1 mit Abstand die hervorragenste Bildqualität liefern – DSLRs eingeschlossen!

Wo Licht ist, da ist auch Schattten. Mögen die Jpegs aus der Kamera vorzüglich sein, so unterstützt bisher kaum ein RAW-Konverter das spezielle Sensorlayout. Adobe Photoshop Lightroom beispielsweise, ruft so nur einen Teil der Leistungsstärke des neuen Fuji Sensors ab. Wer also RAW Dateien aus der Fuji X-E1 verarbeiten möchte, muss sich mit einem erhöhten Bearbeitungsaufwand abfinden. Fuji hat aber bereits eine Taskforce mit führenden Softwareherstellern gegründet (Darunter auch Adobe) und arbeitet aktiv an einer verbesserten RAW Unterstützung.

 

Der neue EVF und seine Vorteile

Fuji hat in der neuen Fuji X-E1 auf den optischen Sucher der Fuji X100 und Fuji X-Pro1 verzichtet. Dafür wurde ein völlig neu entwickelter EVF verbaut. Der elektronische Sucher hat eine Auflösung von 2.16 Millionen Pixeln und ist entsprechend brilliant. Neben zahllosen Einstellungsmöglichkeiten und vielfältigen Infomartionseinblendungen – darunter einer praktischen Wasserwaage – zeigt der EVF quasi als Livebild bereits das fertig aufgenommene Foto. So brilliant die Darstellung des Suchers auch ist. Die üblichen Einschränkungen für EVFs gelten auch für den Sucher der Fuji X-E1. So ist die Darstellung bei schnellen Bewegungen im Sucher oder ruckartigen Schwenks nicht ganz flüssig. Darüber hinaus beginnt das Bild unter schlechten Lichtverhältnissen zu flackern.

Der große Vorteil des EVF liegt in den jederzeit einblendbaren Informationsanzeigen und der praktischen Sucherlupe, durch die auch manuelle Optiken an der Fuji X-E1 zu neuem Leben erwachen. Die Tatsache, dass man durch den EVF das Bild so sieht, wie man es später aufnimmt eröffnet ebenfalls neue Möglichkeiten. So werden Schwarzweißfotografen dieses Feature lieben, erlaubt es ihnen doch, alles in Schwarzweiss zu betrachten.

 

Die Fuji X-E1 in der Praxis

Kaum war die Kamera bei welcheKamera.de angekommen und der Akku der Fuji X-E1 geladen, ging es auch schon los. Um die Straßentauglichkeit der Fuji X-E1 unter die Lupe zu nehmen, waren wir im beschaulichen Freiburg, bei gewohnt sonnigen Lichtverhältnissen unterwegs. Die Faszination für diese Kamera sorgte dafür, dass wir die Kamera auch noch Abends unter schlechten Lichtverhältnissen testeten. Als Linsen zum Einsatz kam das Fujinon XF 18mm 2.0 R und ein adaptiertes manuelles Minoltaobjektiv mit Brennweite 50mm.

Recht schnell zeigte sich, dass die Kamera durch ihre Größe bedingt immense Vorteile gegenüber einer DSLR mit sich bringt. So ist die Erkundungsfreude auch nach einigen Stunde nicht verflogen, da man keinen schweren Kamerarucksack mit sich herumschleppen muss. Auch ist man mit der kleinen Kamera deutlich flexibler und mobiler.

Durch die geringen Maße und das subtile Auslösegeräusch bewegt man sich deutlich unauffälliger durch das Straßenbild, als mit DSLR und Batteriegriff. Tatsächlich scheinen die Leute um einen herum kaum Notiz von der Kamera zu nehmen. Wenn dann doch einmal jemand interessiert dreinblickt, dann nur, weil es sich in seinen Augen um irgendeine vererbte “Großvaterkamera” handelt. Man fällt also nicht nur weniger auf, man wird wohl auch weniger ernst genommen.

Die Fokusgeschwindigkeit haben wir übrigens als absolut ausreichend empfunden. Die vielen Klagen bezüglich des mangelnden AFs scheinen wohl überzogen zu sein. Sicherlich ist de Fuji X-E1 keine Actionkamera, aber für schnellere Straßenszenen ist der AF alle Mal ausreichend. In der Dunkelheit geht die AF Leistung etwas zurück. Aber auch muss man differenzieren: Bei solch schwierigen Lichtverhältnissen, ist das Hauptaugenmerk auf die Belichtung zu legen. Bis man die Belichtungszeiten im Griff hat, wird die Fuji X-E1 längst scharf gestellt haben.

Alles in Allem ist die Fuji X-E1 eine schöne, leichte Immerdabeikamera mit hervorragender Bildqualität und durchdachter Bedienung. Der ambitionierte Fotograf könnte sich durchaus auf diese Kamera beschränken. DSLRs haben aber auch weiterhin ihre Daseinsberechtigung. Bei AF und Objektivvielfalt muss Fuji noch etwas nachlegen. Bei dem Rummel um diese Kamera, wird dies sicherlich bald in die Tat umgesetzt.

 

Die Fuji X-E1 ist bereits auf Amazon erhältlich.

Ebenso das im Test eingesetzt Fujinon XF 18mm 2 R.

Als Geheimtipp hat sich der Fuji auf Minolta MD Adapter von Quenox herausgestellt.

 

 

Anbei noch eine Straßenserie aus unseren Testreihen. Alle Bilder wurden mit dem Fujinon 18mm 2 R oder einer adaptierten Minolta 50er Brennweite gemacht. ISOs zwischen 200-6400.

 

 

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4 Kommentare

  1. Was macht diese Kamera? Einen extrem hochwertigen Eindruck? Die Verarbeitung top? Auweia: Bitte mal die Brille aufsetzen und den Kameraboden betrachten. Na?

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  2. Ha! Da haben wir das gleiche Equipment – ich bin auch total begeistert vom oldschool-Bedienkonzept der X-E1. Ich warte gerade auf den Adapter, der kommt aus Hong-Kong, verwendest Du das 1,4er oder 1,7er Rokkor?

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    • Hallo Alex,

      Ich habe sowohl das 1.7er rokkor als auch das 2er in Verwendung. Beide Linsen performen Klasse an der Fuji X-E1! Durch die manuellen Bedienelemente macht mir die Kamera mit alten Linsen großen Spaß.

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