Kolumne #2 – Nikon S800c und Samsung Galaxy Camera bereiten Android den Weg

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In dieser Ausgabe meiner Kolumne beschäftige ich mich mit den neuen Kompaktkameras Nikon S800c und Samsung Galaxy Camera mit Android Betriebssystem.

Die Idee Mobilfunk und Kameras näher zusammen zu bringen ist an sich nicht neu. Die immer leistungsfähigeren Kamerahandys graben den Kompaktkameras der Kamerahersteller seit einiger Zeit das Wasser ab. Mit Nikon und Samsung haben nun zwei Kamerahersteller den Spieß einfach umgedreht. Bei Samsung ist dies umso bemerkenswerter, handelt es sich doch um einen Smartphone Hersteller. Die Idee ist so simpel wie erfolgsversprechend: Ein Gerät, dass die optischen Vorteile einer vollwertigen Kamera mit den Kommunikationswegen eines Smartphones bietet. Die Tatsache, dass dies zuerst in der Klasse der Kompaktkameras umgesetzt wird, mag dafür sorgen, dass diese Innovation in manchen Kreisen als “Spielerei” abgetan wird. Dies mag auch durchaus zutreffen. Einem gestandenen Fotografen bringt die sofortige Vernetzung mit Facebook und anderen Medien relativ wenig. Eine Bearbeitung der aufgenommenen Bilder erfolgt unter Garantie erst am heimischen Rechner.

Die neue Definition der Schnappschusskamera

Die beiden jetzt auf den Markt kommenden Geräte unterscheiden sich deutlich von bisherigen Versuchen diese Brücke zwischen Smartphone und Kamera zu schlagen. Der Unterschied zu bisherigen Innovationen, wie dem Nokia 808 PureView erklärt sich in der Tatsache, dass das Grundgerüst dieser neuen Geräteklasse statt einem Smartphone Gehäuse aus dem einer Kompaktkamera besteht. Dadurch bleibt genug Platz für den entsprechend großen Sensor und einem optischen System der Kompaktkameraklasse. Die Rückseite der Kameras ist dabei wie ein Smartphone Display gestaltet und lässt sich auch genau so bedienen.

Der Mehrwert einer Android Kamera

Die Hardware dieser Kameras folgt also logischen Prinzipien. Aber was bringt das Herzstück – die Android Oberfläche – nun wirklich? Dies zu beantworten fällt zum jetzigen Zeitpunkt überaus schwer. Wie bei Android Smartphones üblich, leben die Geräte von den vielfältigen Apps, die bestimmten Zwecken dienen sollen. Für die Symbiose aus Kompaktkamera und Smartphone gibt es bisher nur wenige, vom Hersteller entwickelte Apps, die auf die Vorteile diese Liason auch wirklich eingehen. Die Entwicklergemeinde wird aber hoffentlich bald auf den Zug aufspringen. Denkbar wären dabei alle mögliche und unmöglichen Umsetzungen. Zum Beispiel ein Software Belichtungsmesser oder eine Sammlung an Kameratipps. Bis dahin bleiben die Hersteller Apps und die über den Android Store erhältlichen Standard Apps. Die Hersteller werben dabei auch mit der Spieletauglichkeit der Geräte. Ob der gewillte Landschaftsfotograf das Warten auf die gewünschte Lichtstimmung fortan spielend auf seiner Android Kamera verbringt, darf aber bezweifelt werden.

Richtig zum Tragen kommt die Android Oberfläche erst dann, wenn man über Wlan oder mobilem Internet die geschossenen Bilder sofort bereitstellen kann. Dazu können einfach die normalen Android Apps, beispielsweise von Facebook, genutzt werden. Statt verwaschener Handykameraaufnahmen bekommen die Freunde so gute Kompaktkameraaufnahmen geboten. Ein weiterer Aspekt, der seit dem Run auf Dienste wie Instagram, immer wichtiger zu werden scheint, ist die sofortige Bearbeitung der Bilder innerhalb der Kamera. Die Hersteller Apps in Verbindung mit dem Android Betriebssystem bieten dabei eine deutlich größere Vielfalt an Funktionen als eine konventionelle Kompaktkamera.

 

 Ein kurzes Roundup der beiden Kameras

Ein Roundup der beiden Kameras ist sicherlich ungewöhnlich für eine Kolumne, hier aber durchaus angebracht. Immerhin handelt es sich um die ersten Geräte einer neuen Kameraklasse. Folgend nun also ein kurzes Roundup der beiden Kameras Nikon S800c und Samsung Galaxy Camera. Beide Kameras verfolgen mit ihrer Ausstattung unteschiedliche Strategien.

 

Nikon Coolpix S800c

Die Nikon Coolpix S800c ist zu einem Straßenpreis von 399€ bereits zu haben. Die Eckdaten der Kamera lesen sich relativ ausgewogen. Neben einem 1 /2,3 Zoll großen CMOS Sensor mit 16,79 Megapixeln (ISO 100-3.200), verbaut Nikon ein Objektiv mit  25 bis 250 mm Brennweite dem Kleinbildformat entsprechend. Das Objektiv verfügt über ein ED-Glaselement, erlaubt Blendenöffnungen von 3.2 bis 5.8 und ist bildstabilisiert. Der 3.5 Zoll große Touchscreen hat eine Auflösung von 819.000 Bildpunkten.  Die eingesetzte Android Version 2.3 ist mittlerweile schon etwas betagt. Mit an Bord ist neben dem Coretex A9 Prozessor interner Speicher in Höhe von 1.7Gb für Fotos und ca. 680Mb für Anwendungen. Neben einer Wlan Schnittstelle verfügt die Coolpix S800c über Bluetooth und ein GPS Modul.

Die Niko S800c legt das Hauptaugenmerk auf optische Qualität und einen moderaten Preis von 399€. Die das Fehlen eines 3G Modems und die veraltete Android Version mag Handy Enthusiasten stören, eine wirkliche Einschränkung ist dadurch aber nicht zu erwarten. Immerhin sind die meisten Apps auch weiterhin Android 2.3 kompatibel und jedes Smartphone kann als mobiler Router für die Android Kamera eingesetzt werden.

 

 

Samsung Galaxy Camera

Die Samsung Galaxy Camera bisher nur angekündigt und noch nicht im freien Handel erhältlich. Es wird von einem Straßenpreis zwischen 500 und 600€ gemunkelt. Neben einem üppigen, relativ lichtstarken und bildstabilisierten 21fach Zoomobjektiv (23 – 483 mm und f/2,8 – f/5) sorgt der 16 Megapixel 1/2.3 Zoll CMOS Sensor mit ISO Werten zwischen ISO 100 und 3.200 für die optischen Vorzüge gegenüber einem klassischen Smartphone. Im Inneren der Kamera werkelt ein 1.4 Ghz Quadcore Prozessor, der bereits das Galaxy S3 antreibt. Überhaupt scheint Samsung die Galaxy Camera sehr an das Smartphone Topmodell anzulehnen. Das 4.8 Zoll große Touchscreen Display bietet mit 1.7 Millionen Bildpunkten eine gestochen scharfe Darstellung. Insgesamt stehen 16 Gb Speicher zur Verfügung. Ein Highlight ist sicherlich die neueste Android Version 4.1, die bereits auf der Kamera installiert ist. Die Samsung Galaxy Camera soll in zwei Varianten mit 4G Modem und Wlan oder 3G Modem und Wlan erscheinen.

 

 

 

Ein Blick in die Kristallkugel

Die Social Media Generation wird mit den neuen Geräten sicher ihren Spaß haben. Die beiden Kompaktkameras taugen darüber hinaus sicherlich auch als Urlaubsbegleiter – mit dem Vorteil, dass man die Bilder bereits vor Ort ins Netz stellen kann. Auf der anderen Seite sind die beiden Kameras Nikon S800c und Samsung Galaxy Camera auch durchaus für Fotobegeisterte als schnelle Kompaktknipse geeignet, mit der man beispielsweise ein schnelles Making Of Bild vom Foto Shooting senden kann. Das Entscheidung darüber, ob es sich bei den Android Kameras um ein nützliches Tool oder ein Spielzeug handelt, wird frühestens mit dem Erscheinen oder Ausbleiben speziell entwickelter Apps fallen. Der Gedanke, ein mobiles Betriebsystem als Software Motor für eine Kamera zu nutzen, bleibt spannend. Denkbar wären durchaus auch erste Systemkameras, mit einem solchen Betriebssystem. welcheKamera.de wird diesbezüglich am Ball bleiben.

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