Olympus OM-D E-M5 – Die Edelsystemkamera im Retrolook

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40 Jahre nach der damals noch analogen OM, legt Olympus diesen Klassiker nun im digitalen Zeitalter neu auf. Das Olympus schicke Systemkameras baut ist hinlänglich bekannt. Die OM-D ist nun endlich auch technisch dort angekommen, wo sich die Hoffnungen der ambitionierten Hobbyfotografen mit dem durch Apple zum Kult gewordenen Edelschick eine harmonische Symbiose bilden.

Als Olympus 2009 die erste PEN vorstellte, war das Interesse von Seiten der Fachmedien und Fotografen enorm. Nicht weniger als eine kleine Revolution wurde da versprochen. Ein bewusster Wegfall des Sschwingspiegels war bis dato niemandem in den Sinn gekommen. Bis heute sorgt die Tatsache, spiegellose Systemkameras auf einen klassischen, optischen Sucher verzichten für hitzige Diskussionen zwischen Profis und Amateuren. Auf der einen Seite gibt es eine große Gruppe von Anwendern, die durch digitale Kompaktkameras an das Fotografieren mit dem rückseitigen Displays gewöhnt sind. Dem gegenüber stehen die klassischen Fotoamateure, die nach jahrelangen Erfahrungen mit den Vorzügen eines optischen Suchers nicht brechen wollten. Mittlerweile haben die technischen Entwicklungen bei den Spiegellosen die verhärteten Fronten etwas aufgebrochen. So mancher überzeugter DSLR Nutzer konnte sich dann doch für die extrem kompakte Bauweise einer Spiegellosen anfreunden. Als kompakte Zweitkamera für Unterwegs dürften die Systemkameras also längst Platz in der Fototasche gefunden haben

Die Einführung der OM-D brachte gleich zwei große Hoffnungen der Fangemeinde mit sich. Zum einen war da die Aussicht auf eine Systemkamera, die technisch endlich die Basis bot, die man sich schon beim Start des Mft Formats gewünscht hatte. Auf der anderen Seite spricht das dezente Retrodesign der Kamera all jene an, die sich für Wertigkeit und romantische Detailverliebtheit alter Fotoapparate begeistern können. In dieser Form erarbeitet sich Olympus hier ein Alleinstellungsmerkmal. Denn bis auf Fuji mit der X-Pro1 und Leica, gibt es in diesem Segment quasi keine anderen Wettbewerber.

In der OM-D sorgt eine Kombination aus dem neuen 16 Megapixel LiveMOS-Sensor und TruePic VI Prozessor für noch höhere Bildqualität. Im Gegensatz zum weit verbreiteten APS-C Format bietet der 4:3 mft-Sensor einen Crop-Faktor von 2.0. Damit einhergehend ergibt sich eine höhere Tiefenschärfe. Ein Objektiv mit 150mm Brennweite und einer Anfangsblende von 2.8 wird damit effektiv zu einem 300mm Teleobjektiv mit der vergleichbaren Tiefenschärfe zum Vollformat von 5.6. Die Kamera erreicht mit Autofokus eine Bildrate von 4 Bildern pro Sekunde. Ohne Af erhöht sich die Bildrate auf 9 Bilder pro Sekunde.

Mit Empfindlichkeiten bis ISO 25.600 stößt die OM-D ebenfalls in neue Sphären vor und behebt damit das Manko der ersten zweiten mft-Sensorgeneration. Das Rauschverhalten ist durchgängig gut. Bis ISO 1600 sind die Bilder quasi rauschfrei. Danach macht sich geringes bis mittleres Bildrauschen bemerkbar, dass aber in seiner Anmutung nicht unbedingt störend wirkt – auf jeden Fall kein Vergleich zu früheren Modellen. Dennoch kommt auch die OM-D von der Detailwiedergabe nicht an die vergleichbaren Modelle mit APS-C Sensor heran. Die Bildqualität ist dennoch hervorragend.

Der bei Olympus standardmäßig im Gehäuse untergebrachte Bildstabilisator wurde ebenfalls stark verbessert. Der sogenannte 5-Achsen-IS gleich nun nicht nur horizontale und vertikale Wackler aus, sondern auch Rotationsbewegungen. In der Praxis bringt das zwischen 3 und 4 Blendenstufen – je nach Aufnahmesituation. Zusätzlich an Bord ist der sogenannte Multi-Motion IS, der speziell bei Videoaufnahmen für ein ruhiges Bild sorgen soll. Überhaupt scheint es Olympus ein Anliegen gewesen zu sein, die Videotauglichkeit der neuen PEN weiter auszubauen.

Das Autofokusmodul hört auf den klangvollen Namen F.A.S.T. AF, was für “Frequency Acceleration Sensor Technology” steht und bereits in der PEN E-P3 verbaut wurde. Laut Olympus soll es sich dabei um den schnellsten Autofkus überhaupt handeln. In der Praxis bestätigt sich diese Leistung durchaus. Bei guten Lichtverhältnissen steht der AF der OM-D einer Mittelklassespiegelreflex in nichts nach. In ruhiger Umgebung ist der Bildstabilisator der Kamera übrigens durchaus zu hören. Dies sollten aber nur die wenigsten Menschen als wirklich störend empfinden.

Als erste PEN überhaupt bietet die OM-D endlich einen eingebauten elektronischen Sucher, der drei verschiedene Modi unterstützt und liefert damit, zusammen mit einigen netten Zusatzfeatures endlich das KO-Argument für die Sucherverwöhnten DSLR-Besitzer. Im Gegensatz zu den meisten Mittelklassekameras bietet der EVF der OM-D eine Blickfeldabdeckung von nahezu 100%, bei einer bis zu 1.15 fachen Vergrößerung. Im Gegensatz zu einem optischen Sucher lassen sich zusätzliche Informationen auf Knopfdruck im Sucher einblenden. So lassen sich z.B. die Belichtungs, der Weißablgleich oder das Größenverhältnis bequem über den Sucher einstellen, ohne dass der Fotograf dabei das Auge von eben diesem entfernen muss. Ganz besonders gut gefällt in diesem Zusammenhang das neue, auf “Light Bulb” getaufte Feature der OM-D. Damit ist der Fotograf quasi live bei der “Entwicklung” seines Bildes dabei. Eine Langzeitbelichtung erscheint erst schwarz und bringt mit fortschreitender Zeit plötzlich allerhand Details ins Bild. Die gewünschte Belichtung kann so noch genauer gesteuert werden. Der Fotograf unterbricht den Belichtungsvorgang einfach an gewünschter Stelle. Solch ein Feature wäre an einer konventionellen DSLR schlichtweg technisch unmöglich.

Das 3 Zoll große, kapazitive Touchdisplay der OM-D bietet eine durchschnittliche Auflösung von 610.000 Pixeln und ist auch bei starker Sonneneinstrahlung noch gut ablesbar. Es lässt sich um 80 Grad nach oben und 50 Grad nach unten schwenken, was ganz besonders für Aufnahmen aus ungewöhnlichen Positionen oder Videoaufnahmen nützlich sein kann.

Stichwort Videoaufzeichnung: Die OM-D kann Full HD Videos im Mov-Format mit maximal 29 Minuten Länge am Stück aufnehmen. Hier macht sich das Bildrauschen bei höheren ISO Werten stärker bemerkbar. Leider ist das Touchdisplay nicht während des Filmvorgangs zu benutzen.

Mit seinen Art Filtern hat Olympus damals einen Nerv getroffen. Seitdem versucht sich fast jeder der großen Kamerahersteller damit, dieses Feature nachzuahmen. Im Gegenzug bietet Olympus mit fast jedem neuen Kameramodell neue Artfilter an. So bietet auch die OM-D einige Neuigkeiten: Der neue Gemäldefilter, liegt nun in zwei Varianten bei. Daneben bietet “Art Bracketing” die Möglichkeit mehrere Art Filter auf ein und dasselbe Bild anzuwenden.

Optisch gehört die Olympus OM-D ganz sicher zu den gelungensten Neuentwicklungen auf dem Kameramarkt. Neben einer schwarzen Variante, gibt es auch ein Gehäuse in silber. Egal für welche von beiden man sich schlussendlich entscheidet. Die Kamera liegt für ihre geringe Größe hervorragend in der Hand und wirkt dank ihrem Gehäuse aus einer Magnesiumlegierung sehr hochwertig. Das schicke Retrodesign wird durch eine Gummierung aus Lederimitat und zwei metallene Einstellräder auf der Oberseite der Kamera herausgearbeitet. Über die eben genannten Einstellräder hat der Fotograf bequemen Zugriff auf die Aufnahmeparameter. Gegenüber der OM-D sehen Spiegelreflexkameras wie schwarze Klötze aus. Die OM-D ist also eine Kamera, die man gerne herzeigt. Überhaupt transportiert das Design die romantische Ästethik der Straßenfotografie. So gesehen, könnte man sie als Leica Pendant für weniger gut betuchte Menschen bezeichnen.

Wie immer bietet Olympus die Kamera nur als Gehäuse oder im Kit mit dem m.Zuiko 12-50mm 3.5-6.3 an. Das m.Zuiko 12-50mm 3.5-6.3 bietet neben einem attraktiven Zoombereich von effektiv 24-100mm, eine elektronische Zoomsteuerung, die besonders für den Videobereich gedacht ist. Für letzteren erweist sich auch die Focustaste als nützlich. Damit lässt sich der Af der Kamera so lange ausschalten wie die Taste gedrückt wird. Läuft also jemand unerwartet druchs Bild. Verhindert ein kurzer Tastendruck, dass die Kamera auf die Person scharfstellt. Dank Innenfokussierung behält das Objektiv in jeder Zoomstellung seine Länge bei. Es ist gegenüber den alten Kitobjektive etwas länger, dafür in der Breite kompakter gebaut. Die optische Qualität ist für ein Kitobjektiv, wie von Olympus gewohnt, durchaus gut. Der Kitpreis kann also durchaus als attraktiv angesehen werden.

Beiden Varianten liegt der neu entwickelte Blitz FL-LM2 bei. Im Kit liegt der Straßenpreis bei 1299 Euro, während das Gehäuse mit 1099 Euro zu Buche schlägt.

 

 

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